Bereitschaftsmaximierung

 

Bereitschaft ist kein Kompromiss. In einem gewissen Verständnis bedeutet Kompromiss so etwas wie, ich verzichte auf etwas und du verzichtest auf etwas. … weil es besser ist etwas als gar nichts zu haben, bin ich bereit für diesen Kompromiss. Aber dennoch verliere ich etwas und es gibt einen subtilen Widerwillen gegen die Lösung, in die ich mich eher gezwungen fühle als dass ich sie ganz bereitwillig antreten würde. … hätte ich die Wahl würde ich eine andere Lösung wählen.

Wenn ich bereit bin eine Lösung mitzutragen, entscheide ich mich aus freiem Willen und echter Überzeugung für eine Lösung, die nicht meine Präferenz ist, weil ich zu der Einsicht gekommen bin, dass dies die beste Lösung auch für mich ist. Zum Beispiel, weil ich erkenne, dass durch meine präferierte Lösung anderen hohe Kosten entstehen und weil mein Wunsch diese Personen zu unterstützen dazu führt, dass ich etwas auf mich nehme, was für mich Kosten bedeutet.

Der Bruder meines Mitbewohners bat mich letztens abends um einen Gefallen, der beinhaltete, dass ich am nächsten Morgen ca. 3 Stunden vor meinen üblichen Zeit aufstehe und anschließend mehrere Stunden mit ihm unterwegs bin um gemeinsam einige Dinge zu erledigen. Meine Präferenz war ganz klar, dass ich ausschlafen kann und dass ich genug Zeit für meine Dinge habe. Es erzeugte Kosten für mich. Nachdem ich aber genau gehört habe, welche Kosten ich ihm abnehmen kann durch meine Unterstützung, in finanzieller, zeitlicher und emotionaler Hinsicht, war ich absolut bereit ihm zu helfen. Ich wollte ihm lieber helfen und zwar nicht aus Schuld und Unfreiheit – ich fühlte mich absolut frei auch Nein zu sagen, denn ich hatte wichtiges zu tun und ich bin sehr empfindlich was Schlafmangel betrifft -. Viele Entscheidungen, die wir treffen gehen mit Kosten einher. Wir quälen uns beim Sport machen, nehmen die Schlaflosigkeit in Kauf die mit der Geburt unserer Kinder beginnt, gehen einer unbefriedigenden Arbeit nach. All diese Entscheidungen können wir aus innerem Druck tun („Ich muss das tun.“, „Ich habe keine Wahl.“, „Es geht nicht anders.“), denn sind diese Entscheidungen ein Kompromiss. Wir opfern etwas um etwas anderes zu gewinnen. Wir können dieselben Entscheidungen aber auch aus einer tiefen Integrität tun, die die Dinge akzeptiert wie sie sind, die nach der bestmöglichen Lösung Ausschau gehalten und verantwortlich und aus der eigenen Authorität heraus eine Entscheidung trifft, weil diese den eigenen Bedürfnissen am meisten entspricht. Ich möchte gerne ein Kind und bin auch bereit den chronischen Schlafmangel dafür in Kauf zu nehmen, wenn ich keine andere Lösung dafür finde. Eine Entscheidung aus Bereitschaft ist eine Entscheidung, die ja zu etwas sagt, die nach Sichtung der greifbaren Möglichkeiten, die beste auswählt, die die Realität akzeptiert und nicht gegen sie kämpft.

Bestimmte Merkmale der CF-Moderation fördern nun die Möglichkeit, dass Bereitschaft entsteht. Dazu gehören folgende Aspekte:

  • Vertrauen/Erfahrung dass meine Bedürfnisse wichtig sind
      • dadurch, dass jeder wichtig ist, dass alle Bedürfnisse gehört werden wollen
  • Ausmaß, in dem die Bedürfnisse anderer gehört werden
  • Vertrauen dass die Gruppe zusammen an einem Problem arbeitet, anstatt gegeneinander
  • Ausmaß in dem Leute Freiheit erleben, ihre eigene Entscheidung zu treffen
  • im Gesamten: Atmosphäre des Vertrauens, der Verbundenheit, des Wohlwollens
        • durch Transparenz
            • Auslöser, was/wie, Zielbezug