Integrativität

Wie weise und wissend der Einzelne auch sein mag, die Weisheit der Gruppe wird immer größer sein.

CF macht sich kollektive Intelligenz zu nutzen, indem sie den Schatz zu heben versucht, der in den Erfahrungen, dem Wissen, den Fähigkeiten und den spezifischen Perspektiven der Beteiligten steckt.

Die dadurch gefundenen Lösungen sind robuster und nachhaltiger, weil die enthaltende Expertise viel größer ist als Entscheidungen, die von einzelnen Menschen getroffen wurden.

Selbst wenn ein einzelner Mensch sich ausführlich beraten lässt und versucht die Erfahrungen und das Wissen anderer zu berücksichtigen, wird der Grad der Integration immer geringer sein als ein konsequenter Integrationsprozess.

Ein Integrationsprozess führt also zu qualitativ hochwertigeren Lösungen. Doch er tut noch viel mehr. Er ermächtigt die Beteiligten, erfüllt ihr Bedürfnisse nach Wirksamkeit und Bedeutung, bringt sie in ihre Verantwortung, fördert ihre Bereitschaft auch Abstriche bezüglich ihrer Präferenzen in Kauf zu nehmen, hebt ihr Erleben von Zugehörigkeit, ihre Motivation und ihr Commitment für die eigene Organisation/Gruppe.

Wenn ich nur passiver Berater, Zuarbeiter oder Teilarbeiter des Ganzen bin, trage ich weniger Verantwortung für die Entscheidung, die jemand anderes trifft, und für die daraus resultierenden Konsequenzen. Ich fühle mich weniger mächtig und verantwortlich und dies hat einen Einfluss auf mein Erleben von Bedeutung und Zugehörigkeit, auf meine Motivation und damit auch auf mein Handeln und die Qualität meiner Arbeit.

Integrative Prozesse fördern also nicht nur die Qualität von Entscheidungen, sondern – und wahrscheinlich noch wichtiger- erfüllen sie die grundlegenden Bedürfnisse der Beteiligten nach Wirksamkeit, Verantwortung und Zugehörigkeit.

Integrative Entscheidungen sind dominierenden Entscheidungen so deutlich überlegen, das es für einen kurzen Moment verwunderlich erscheint, warum dies nicht das Standardvorgehen ist.

Ich sehe drei zentrale Gründe dafür: Unvertrautheit, Unfähigkeit und Unglaube. Wir sind in unser Kultur so sehr an dominierende Entscheidungen gewöhnt, dass es uns zum Einen an den nötigen Fähigkeiten für integrative Entscheidungen fehlt und außerdem der Glaube daran, dass dies überhaupt möglich ist. Lösungen zu finden, die für alle funktionieren, sind verbunden mit abschreckenden Vorstellungen von chaotischen zeitaufwendigen und ineffizienten Prozessen. Es fehlt an positiven Erfahrungen.