nachhaltiges Entscheiden

Unsere heutige westliche Kultur ist nicht sehr nachhaltig und auch nicht die „übliche“ Art in der Entscheidungen getroffen werden.

Unsere Kultur ist geprägt davon, dass einzelne Positionen andere Positionen dominieren. Sei es ein aristokratischer Herrscher, die Meinung einer Partei, einer religiösen Bewegung, die Meinung des Vaters, der Eltern, des Lehrers …

Man kann natürlich einmal unterscheiden wieviele Anhänger eine solche Position hat. Es ist natürlich etwas anderes ob ein absolutistischer Fürst seinen Willen gegen sein anders positioniertes Volk durchdrückt oder ob die Meinung einer Mehrheit des Volkes gegen die Position einer Minderheit durchgedrückt wird. Gemeinsam haben diese Positionen aber, dass die Sichtweise eines Teiles des Ganzen das Ganze dominiert. Obwohl es in unserer heutigen Demokratie auch viele Elemente der Kooperation und des Dialoges gibt (z.B. Koalitionsverhandlungen) ist der generelle Tenor doch der eines Kampfes der Positionen. Der eigenen Position, Sichtweise und den eigenen Lösungen zur Macht verhelfen und die der anderen diskreditieren, um die Wähler auf die eigene Seite zu schlagen. Wir leben nicht in einer Kultur die fundamental auf Dialog ausgerichtet ist und auch die Positionen von Minderheiten wertschätzt und versucht zu integrieren.

Ich glaube die ersehnte neue Kultur ist eine integrative Kultur, die Meinungsdiversität nicht nur toleriert (wie in unserer pluralistischen Gesellschaft), sondern um die Notwendigkeit weiß, diese zu integrieren. Das oberste Ziel jeglicher Entscheidung wird sein, Lösungen zu finden, die alle mittragen und die für alle funktionieren. Einmal aus dem Verständnis heraus, um die kollektive Weisheit, die sich in Meinungsunterschieden zeigt. Die andere Position nicht zu integrieren führt zu einem schaden, weil ich einen wichtigen Teil der Gesamtheit ignorieren. Es ist keine Harmonie, es ist eine Imbalance, die sich letztendlich in destruktiven Symptomen zeigen wird. Die einzelne Meinung kann nie so weise und rücksichtsvolle und förderlich sein, wie eine Meinung, die aus dem Berücksichtigung und Integration aller Standpunkte entsteht.

Unsere Kultur ist tendenziell nicht offen für integrative Meinungen, weil sie kein Vertrauen in den Dialog hat und dass wir gemeinsam Lösungen finden, die sich nicht wie ein fauler Kompromiss anfühlen, sondern wirklich wie eine Lösung, die jeder für die geeignetste hält. Wir glauben nicht, dass es wirklich funktionieren kann. … dass man überhaupt solche Lösungen finden wird, bzw. dass man als Gruppe handlungsfähig bleiben kann, wenn alle mitreden.

Die Sehnsucht nach Konsens, nach Berücksichtigung aller Position, nach der Integration aller Beteiligter, nach Emanzipation und Verantwortung finde ich am konsequentesten in CF realisiert.

Die Experimente mit puren Konsens-Entscheidungsprozessen haben viele Probleme aufgezeigt und daraus entwickelten sich neue Ansätze, die die Vison von Konsens erhielten und nicht einfach resignative in dominierende Entscheidungsstrukturen zurückfallen: kreative modifizierte Konsens-Modelle wurden entwickelt oder die soziokratischen Entscheidungsprozess. Von den Sachen, die ich kenne, ist CF für mich die größte Annährung an diese neue Entscheidungskultur.